Geschichte des EHC Zunzgen-Sissach
- 1953 | Gründung des EHC Sissach
- 1967 | Fusion mit dem EHC Gelterkinden, neuer Clubname: EHC Sissach-Gelterkinden
- 1978 | Am 14. April 1978 beauftragt die GV des EHC Zunzgen ihren Vorstand, mit 55 zu 15 Stimmen, Fusionsverhandlungen mit dem EHC Sissach-Gelterkinden aufzunehmen.
Am 01. Juni 1978 bejaht auch die GV des EHC Sissach-Gelterkinden die Fusion. Im Herbst gibt dann eine ausserordentliche GV des EHC Zunzgen ihren endgültigen Segen zur Fusion.
Da der EHC Zunzgen zu dieser Zeit in der 1. Liga spielte, der EHC Sissach-Gelterkinden jedoch in der 2. Liga auf Punktejagd ging, war der neue Clubname auch schon klar: EHC Zunzgen-Sissach (ZS) und nicht SZ.
Vorangegangene Fusionspläne scheiterten jeweils am Dörfligeist, welcher bereits beim Nachwuchs spürbar war. Dass dies den beiden Vereinen nur schadete wurde erkannt, und war fortan kein Hindernis mehr für eine Fusion.
Nach personellen Engpässen klopfte der EHC Zunzgen schliesslich beim 2. Liga-Spitzenclub EHC Sissach-Gelterkinden an.
Es ist dem dannzumaligen Vereinspräsidenten des EHC Zunzgen, Erich Wüthrich, und einigen wenigen Sissachern zu verdanken, dass sich die beiden Erzrivalen schlussendlich verbündeten.
Übrigens: die angesprochenen "Sissacher" hatten erst 2 Jahre zuvor zum EHC Zunzgen und somit in die 1. Liga gewechselt, sportliche Ambitionen standen mehr im Vordergrund als der Dörfligeist.
Bevor die Fusion allerdings zustande kam, schlug der höher klassierte EHC Zunzgen ein Probejahr vor und wollte die besseren Sissacher Spieler übernehmen und die weniger talentierten Spieler aus den eigenen Reihen dem EHC Sissach-Gelterkinden überlassen.
Dies war aber nicht im Sinne der Mitglieder des EHC Sissach-Gelterkinden und statt eines Probejahres wurde an der GV einer ganzheitlichen Fusion der beiden Vereine mit überwältigendem Mehr zugestimmt.
Wie einem Pressecommunique von beiden Vorständen zu entnehmen ist, waren die Hintergründe für die Fusion schlussendlich eine spürbare Stagnation bei beiden Vereinen. Eine Zusammenarbeit würde die Popularität des Eishockeys im oberen Baselbiet fördern und zudem könnte ein starker Landverein verhindern, dass über kurz oder lang der EHC Basel wieder Dominator des regionalen Eishockeys würde.
Im Weiteren würde man günstigere Trainingsmöglichkeiten auf der Kunsti schaffen und dem Nachwuchs mehr Eiszeiten zur Verfügung stellen können. - 1979 | Der EHC Zunzgen-Sissach nimmt in der Saison 1979/80 den Spielbetrieb in der 1. Liga auf der Name "Gelterkinden" verschwindet von der Eishockey-Bildfläche.
Die 1. Saison nahm der EHC Zunzgen-Sissach mit 6 Mannschaften und rund 100 Aktiven in Angriff. Grösstes Interesse galt natürlich der 1. Mannschaft, welche mit rund 20 Aktiven in die Saison startete. Der Trainer hiess damals Erich Wüthrich.
Der positive Effekt der Fusion bestand darin, dass das Fanionteam dreimal, die restlichen Teams zweimal pro Woche Eistrainings abhalten konnten.
Das erste Saisonziel des EHC ZS war noch relativ bescheiden: man wollte den ersten Winter gut überstehen und die Meisterschaft auf einem Rang im Mittelfeld abschliessen, lautete die Vorgabe.
Die Gegner damals hiessen Solothurn, Küsnacht, Luzern, Urdorf, Moutier, Aarau, Grashoppers, Wallisellen und Thun-Steffisburg, eine "schwere" Gruppe!
Das erste Spiel (Vorbereitung) anlässlich des damals traditionell durchgeführten JRG-Cups ging gegen Burgdorf gleich mit einem "Stängeli" verloren...
In den ersten 4 Meisterschaftsspielen konnte das Fanionteam nicht brillieren und holte gerade mal 2 Punkte.
Ab dem 5. Spiel startete das Team eine Aufholjagd, gewann Spiel um Spiel und rollte das Feld von hinten auf.
Am Ende der Meisterschaft belegte das Team hinter Luzern den 2. Rang und qualifizierte sich für die Aufstiegsspiele.
In der Aufstiegsrunde für die Nationallige B trafen die Baselbieter auf Wetzikon. Nach einer knappen Niederlage im Hinspiel, trat der EHC ZS auf eigenem Eis vor 1300 Zuschauern an.
Ein auf 13 Spieler geschrumpftes ZS-Kader schlug den Favoriten mit 5:3 und erzwang ein Entscheidungsspiel. Dieses Spiel ging leider in der Verlängerung mit 2:3 verloren. Die Spieler im Kader hiessen: Schaub, Surer, Gisin, Hunziker, Probst, Th. Kamber, Bolle Rothenbühler, R. Kamber, Gandossi, Huber, Graber, Bütikofer und Ursch.
Der EHC ZS hatte unerwartet schnell den Weg vom unbedeutenden Dorfverein in der Eishockeyprovinz an die Spitze des Amateur-Eishockeys geschafft.
ZS war im Schweizer Eishockey ein Begriff geworden! Dennoch konnte das Team in der folgenden Saison nicht mehr an die Erfolge der vorangegangenen Saison anknüpfen, erspielte sich aber 3 Saions später nochmals die Qualifikation zu den Aufstiegsspielen. - 1983 | Der tschechische Internationale Milan Mrukvia wird als Trainer verpflichtet. Er sollte in sportlicher Hinsicht erneut einen Schub nach vorne geben.
Milan Mrukvia baute junge Spieler ins Kader ein.
Leider manövrierte sich der Verein mit dem Engagement des Trainers massiv in die roten Zahlen. Nur dank grosszügigen Zuwendungen eines Unternehmers konnte das finanzielle Fiasko abgewendet werden. Sportlich gesehen landetet das Team im Mittelfeld. - 1984 | Zuschauerrekord auf der Kunsteisbahn in Sissach. Einen imposanten Aufmarsch der Fans erlebte der EHC ZS am Mittwoch 18. Januar 1984. 2030 Zuschauer machten das Spiel gegen den EHC Basel zum bisher wohl eindrücklichsten Sportspektakel auf der Sissacher Kunsti.
Das Spiel ging mit 2:3 verloren, das Resultat tat aber der fantastischen Stimmung an diesem Abend keinen Abbruch! - 1989 | Abstieg in die 2. Liga. Das Hauptproblem der Jahre mit mittelmässigen Klassierungen war schlicht das Fehlen der Substanz in der Mannschaft.
Man konnte nicht mehr an die grossen Erfolge der Jahre unmittelbar nach der Fusion anknüpfen. Nach einem langen Sinkflug war der erste Abstieg aus der 1. Liga Tatsache. - 1993 | Aufstieg in die 1. Liga. In der Saison 1992/93 führte Trainer Roland Kamber die 1. Mannschaft wieder in die höchste Amateurliga.
In den nächste Jahren erwarben sich die Baselbieter jedoch den Ruf einer "Liftmannschaft": innert sechs Saisons stieg der EHC ZS dreimal in die 1. Liga auf, musste aber auch zweimal den sofortigen Wiederabstieg hinnehmen. - 1996 | Aufstieg in die 1. Liga. Der EHC ZS kann sich ununterbrochen für eine lange Zeit in der 1. Lage halten. Auf die Nachwuchsförderung wird grosser Wert gelegt.
Sie liegt dem EHC Zunzgen-Sissach bis heute sehr am Herzen. Einigen Spielern die in Sissach ausgebildet wurden, gelang der Sprung in die Nationalliga. - 2005 | Die Kunsteisbahn Sissach wird überdacht und wird zu halboffenen Anlage mit Mängeln ....
- 2012 | Am Samstagabend 27.10.2012 wird die Kunsti von den Verantwortlichen geschlossen.
Die heftigen Nassschneefälle tagsüber liessen Zweifel an der Tragfähigkeit des Kunsti Daches aufkommen. Das Samstagabend-Spiel wird fertig gespielt, danach wird die Anlage aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Das Piccolo-Turnier vom Sonntagmorgen muss abgesagt werden. Der Entscheid über die Schliessungsdauer wird mehrmals verschoben.
Sofort nimmt ein Team bestehend aus Verantwortlichen des EHC Zunzgen-Sissach, des EHC Lausen und der Gemeinde Sissach die Arbeit auf, mit dem Ziel die Saison zu "retten".
Es wird Eis gesucht, um der 1. Mannschaft einen einigermassen geregelten Trainingsbetrieb ermöglichen zu können. Die Nachwuchsspieler können an den Trainings des EHC Rheinfelden teilnehmen.
Nach dem Entscheid dass die Anlage die ganze Saison geschlossen bleibt, sind es die beiden Eishockeyvereine die unter tatkräftiger Mithilfe ihrer Mitglieder und dank grosszügiger finanzieller Unterstützung von Sponsoren und dem Kanton BL auf dem freien Feld neben der Kunsti eine mobile Anlage aufstellen, die "ZS Open-Air Arena".
Nachdem der SIHF die Anlage abgenommen hat und die Gruppengegner ihr Einverständnis die 1. Liga-Meisterschaftsspiele in Sissach "unter freiem Himmel" auszutragen, gegeben haben, kann die mobile Anlage am 15. Dezember 2012 nur gerade 7 Wochen nach der Schliessung der Kunsti mit einem Heimspiel "eingeweiht" werden.
Die Saison 2012/13 ist gerettet und das Grounding des EHC ZS konnte abgewendet werden. - 2013 | Die mobile Anlage wird im Frühling 2013 wiederum grösstenteils in Fronarbeit rückgebaut.
Die Aktiv- und Nachwuchsmannschaften nehmen den Sommertrainingsbetrieb wie gewohnt auf.
Die Betreiberin der Kunsteisbahn kann nicht garantieren, dass das marode Dach den Sommer über saniert wird und dass im Herbst eine geregelte Eissaison in Angriff genommen werden kann.
Generalstabsmässig wird durch die Verantwortlichen des EHC ZS das Szenario "no Ice" geplant.
Die umliegenden Clubs, EHC Basel, EHC Rheinfelden, EHC Laufen und EHC Olten werden angefragt, ob und wieviele Nachwuchsspieler sie aufnehmen könnten, falls es zur Ausfallsaison beim EHC ZS kommen sollte.
Alle Nachwuchsspieler können wählen, zu welchem Club sie wechseln würden. Nachdem die Option "Ice 13/14" endgültig vom Tisch ist, nehmen die Nachwuchsspieler nach den Sommerferien das Training im neuen Club auf. Alle A-Lizenzen werden an die neuen Clubs abgegeben. - 2014 | Die letzten 2 Jahre haben dem EHC Zunzgen-Sissach sehr viel abverlangt. Das seit längerem nicht mehr ausgeglichene Budget und die Unsicherheit betreffend der Kunsti zwingen die Verantwortlichen für die Saison 2013/14 keine 1. Liga-Mannschaft mehr zu melden.
Der Entscheid wird nicht von Allen goutiert, sollte sich aber für die Zukunft als richtig erweisen. Die Vision, das Kader des Fanionteams aus dem eigenen Nachwuchs zusammenstellen zu können, wird aus folgenden Gründen hinfällig:
Da lange nicht sicher ist, ob das Kunsti-Dach saniert werden kann und ob auf der Kunsti in der Saison 2014/15 Eis aufbereitet werden kann, kehren längst nicht alle Nachwuchsspieler zu ihrem Stammverein zurück.
Nebst Denjenigen die in der Ausfallsaison ihre "Karriere" beendet haben, gibt es Einige die sich im neuen Verein wohl fühlen und nicht wieder wechseln wollen.
Die Kader sind ziemlich "ausgedünnt", es können nicht auf allen Stufen Mannschaften für die Meisterschaft gemeldet werden.
Das "Loch" wird über Jahre spürbar sein und schlussendlich auch das Kader der 1. Mannschaft beeinflussen. - 2015 | Der EHC Zunzgen-Sissach nimmt die Aufbauarbeit in Angriff. Um im Laufe der Jahre wieder auf allen Stufen Mannschaften für die Meisterschaft melden zu können, wird eine Hockeyschule aufgebaut: jeden Freitagabend können interessierte Kids Eishockeyluft schnuppern.
- 2016 | Der EHC Zunzgen-Sissach übernimmt das Women-Team vom EHC Laufen und bietet den Ladies in Sissach eine neue "Heimat".
Das Team spielt in der SWHL B (Swiss Women Hockey League B), also in der zweithöchsten Liga. Die Angliederung des Women-Teams bietet den vielen Mädchen im eigenen Nachwuchs eine Perspektive.
Das Stimmvolk von Sissach stimmt dem Bau einer geschlossenen Halle zu. - 2017 | Das Fanionteam des EHC Zunzgen-Sissach behauptet sich an der Spitze ihrer Gruppe in der 2. Liga. Nach wie Vor halten die Fans zu ihrem "ZS", die Zuschauerzahlen an den Heimspielen gehören zu den Höchsten in der ganzen Liga.
- 2024 | Am 12. März 2024 wird das Fanionteam des EHC Zunzgen-Sissach unter Headcoach Lukas Kamber 2. Liga Zentralschweizermeister.
Nach einem 0:2 Rückstand in der "Best of 5" Serie gegen den EHC Zuchwil Regio, kann die Serie gedreht werden und das alles entscheidende 5. Spiel mit 5:1 gewonnen werden.
Das spannende Spiel wurde von 873 Zuschauern auf der Kunsti Sissach mitverfolgt. - 2025 | Die Ladies holen sich den Schweizer Meistertitel der SWHL B Liga
- 2026 | Am 21. März 2026 holt sich die 1. Mannschaft, unter Headcoach Lukas Kamber, den 2. Liga Schweizer Meistertitel, gegen den EV Diesldorf-Niederhasli.
Der Sieg erfolgte erst in der Overtime, nach einem 4:4 in der regulären Spielzeit, durch ein Tor von Mattia Di Biase.